Unser Konzept


Wir sind eine Schule und ein Hort der Vielfalt und Gemeinsamkeit. Der Ausgangspunkt unserer Pädagogik ist die gegebene Unterschiedlichkeit aller Menschen. Deshalb setzen wir eine Pädagogik um, die am einzelnen Kind orientiert ist und nicht an einer von außen vorgegebenen Norm.
Es kommt nicht darauf an, dass jedes Kind das Gleiche lernt und erreicht, sondern darauf, dass sich jedes Kind entsprechend seinen Fähigkeiten bestmöglich entwickeln kann. Jedes Kind hat unterschiedliche Stärken und Schwächen. Die gegenseitige Anerkennung und Achtung stärkt jeden Einzelnen und die Gemeinschaft. Weil uns Integration und Inklusion so wichtig sind, sind wir seit Anbeginn eine integrative Schule und führen dies auch im Namen.

Unsere Schule untergliedert sich in die Jahrgangsmischungen 1-3, 4-6, 7-8 und 9-10. Maria Montessori erkannte, dass Kinder nicht nur durch Anregungen lernen, die von Erwachsenen ausgehen. Auch das Eigeninteresse an einem Thema bzw. einem Fachgebiet sowie die Zusammenarbeit mit einem-/er Mitschüler/-in (Ko-Konstruktion) sind starke Motoren des Lernens, zumal sie vielfach effektiver sind.
Darum forderte Montessori, dass das Zusammenleben von drei Jahrgangsstufen – wie es im Kindergarten meist praktiziert wird (Drei-, Vier- und Fünfjährige) – in der Schule fortgesetzt werden müsse. An unserer Schule lernen und arbeiten deshalb die folgenden Jahrgänge in gemeinsamen Gruppen: 1. bis 3. Klasse, 4. bis 6. Klasse, 7. und 8. Klasse, 9. und 10. Klasse. Ab der 7. Klasse mischen wir an unserer Schule jeweils nur zwei Jahrgänge, da unsere Schüler/-innen sich in der 7. und 8. klasseverstärkt an außerschulischen Lernorten befinden (siehe Erdkinderplan) und die 9. und 10. Jahrgangsstufe jeweils von Prüfungen geprägt sind.

Unsere Schule wird nicht nur als Lernraum gesehen, sondern als ein die Kinder in ihrer Ganzheit betreffender Lebens- und Erfahrungsraum, in dem sich entscheidende Schritte ihres seelischen und geistigen Wachstums vollziehen. Das Lernumfeld ist so gestaltet, dass Kinder sinnliche und soziale Erfahrungen machen können. Dazu trägt auch unsere Werkstatt der Generationen bei, die ein fester Bestandteil des Schulalltags ist und das regelmäßige Miteinander von Alt und Jung ermöglicht. Hier bringen Ehrenamtliche der älteren Generation ihre Erfahrungen, ihr Wissen und ihre Leidenschaften als Senior-Expertinnen und -Experten in Schule und Hort ein. Zudem wird Wissen über die Bedürfnisse gebrechlicher und dementiell erkrankter Menschen vermittelt und ein Schülerengagement „Jung für Alt“ gefördert.

@ Monte Balan

Schon der zeitliche Ablauf an unserer Schule bietet dafür breiten Raum, da die Kinder jeden Tag bis 15.15 Uhr in ihrer Gruppe zusammen sind. Für die 9. und 10. Klässler/-innen endet der Unterricht – bis auf freitags – um 16 Uhr (Offene Ganztagesschule, kurz OGTS ).
Der Tag ist in drei große Phasen eingeteilt: Die erste Phase dauert bis zur Brotzeitpause, die zweite bis zum Mittagessen, das die Kinder im Speisesaal der Schule einnehmen. In der dritten Phase, der ersten Hortphase, arbeiten die Schülerinnen und Schüler an schulnahen Projekten weiter oder vertiefen Themen des Vormittags. Die Abschlussklassen (9/10) werden nach dem Mittagessen als Ganztagsschule bis 16 Uhr geführt.
Um 15.15 Uhr endet die gemeinsame Zeit in der Lerngruppe für die Erst- bis Achtklässler. Eine weitere pädagogische Begleitung ist dann in unserem HORT mit Freispiel oder abwechslungsreichen Angeboten aus den Bereichen Sport, Kunst, Natur, Ernährung oder Theater – bis maximal 17.30 Uhr individuell buchbar.

Maria Montessori hat für ihre Pädagogik, bei der das Kind im Mittelpunkt steht, drei entscheidende Stützpfeiler genannt: Die vorbereitete Umgebung, das darin sich befindende Material und als deren Gestalter: die Pädagogin bzw. den Pädagogen.

Die vorbereitete Umgebung soll es dem Kind ermöglichen, seine Persönlichkeit und sein individuelles Lernen in Selbstständigkeit und Selbstverantwortung zu entwickeln. Sie soll Mittel zur Selbsterziehung enthalten um ein selbstbestimmtes und nicht von den Anweisungen der Pädagogen/-innen abhängiges Lernen zu ermöglichen. Im Klassenraum sind Schränke und Regale offen und für alle zugänglich. Das Material ist nach den verschiedenen Lernbereichen strukturiert und übersichtlich geordnet. Alles hat seinen festen Platz. Dies dient der Orientierung der Kinder und regt sie zum zielgerichteten Handeln an. Die äußere Ordnung trägt zu ihrer inneren Ordnung und Konzentration bei.

Die klassischen Montessori-Materialien und die von den Pädagogen/-innen erarbeiteten Materialien sind so gestaltet, dass jedes Kind in seiner individuellen Entwicklung unterstützt werden kann. Die Materialien werden den Kindern individuell oder als Gruppe dargeboten. Sie wecken Neugier und führen zu vertiefter Konzentration. Die Kinder können mit diesen Materialien ihre Lernerfolge selbst überprüfen. Darüber hinaus bietet das Material Wiederholungsmöglichkeiten und eine variantenreiche Anwendung. Die ästhetische Gestaltung und am Kind/Jugendlichen orientierte Inhalte verleihen dem Arbeitsmaterial einen hohen Aufforderungscharakter. Durch die Vorbereitung der Lernumgebung werden die Voraussetzungen für individualisiertes Lernen geschaffen, so dass besondere Bedingungen einzelner Kinder berücksichtigt werden können. Ziel ist immer, jedes Kind zu möglichst selbstständiger Arbeit zu befähigen und an den Lernprozessen der Klasse zu beteiligen.

Die dritte und entscheidende Säule in der pädagogischen Konzeption Maria Montessoris sind die Pädagoginnen und Pädagogen . Zum einen gestalten sie die vorbereitete Umgebung und wählen das geeignete Material dafür aus, zum anderen schaffen sie auf der Grundlage gesicherter Beziehungen ein vertrauensvolles Klima in der Klasse. Aufgabe ist es, Bildungsprozesse zu initiieren, zu begleiten und zu vertiefen, in der Verbindung von individuellem und interaktivem Arbeiten. Die Pädagogen/-innen steuern diese Prozesse und sind gleichzeitig an ihnen beteiligt.

Bilderleiste Balandeli

Eine besondere Form der Darbietung sind die Kosmischen Erzählungen von Mario und Maria Montessori. wie. Diese sieben Geschichten, zum Beispiel die Entstehungsgeschichte der Erde, die Geschichte vom Kommen des Menschen oder von der Entwicklung der Schrift, werden von den Pädagogen/-innen in Verbindung mit Experimenten und Anschauungsmaterial in einem regelmäßigen Turnus erzählt. Geschichte, Kultur, Technik und Naturwissenschaften werden hier ganzheitlich dargeboten und die Schüler/-innen erlangen Einblicke in die Zusammenhänge unseres Daseins in dieser Welt. Ausgehend von Maria Montessoris Grundgedanken, Kinder mit einer Vorstellungskraft auszustatten, die sie befähigt, verantwortungsvoll mit unserer Welt umzugehen, entwickeln sich dabei vielfältige Themen und Projekte für die Arbeit der Schülerin und des Schülers in der Klasse.

Da es von Maria Montessori kein Konzept für die Fremdsprachen gibt, haben wir an unserer Schule ein eigenes Konzept entwickelt, in dem wir grundlegende Montessori- Prinzipien mit modernen Erkenntnissen zum Fremdsprachenerwerb verbinden. Ein anwendungsbezogener Umgang mit der Sprache in vielfältigen Übungssituationen steht dabei im Vordergrund.

Eine Strukturierung des Schultages und der Woche durch die Pädagogen/-innen – teilweise in Zusammenarbeit mit den Schülerinnen und Schülern – trägt zur Rhythmisierung des Unterrichts bei. Dabei ist nicht der herkömmliche 45-Minuten-Rhythmus bestimmend, sondern eine Unterrichtsplanung, die sich an den anstehenden Aufgaben und Lernbedingungen der Schüler/-innen orientiert. Regelmäßig wiederkehrende Elemente der Unterrichtszeit am Vor- und Nachmittag wie Anfangsphase, Mittagspause und Unterrichtsende, werden in besonderer Weise pädagogisch gestaltet. Sie geben einen festen Ordnungsrahmen und schaffen eine Atmosphäre der Sicherheit und des Vertrauens.

Das zentrale Element der Montessori-Pädagogik ist die Freiarbeit. Darin werden jegliche andere Unterrichtsformen wie Partnerarbeit, Gruppenarbeit, Darbietungen, Präsentationen, Unterrichtsgespräche, Klassenkreise usw. integriert. So können Lernprozesse rhythmisiert werden, damit die verschiedenen Bereiche des Lernens (kognitiv, personal, sozial und methodisch) zum Tragen kommen. Neben der Freiarbeit wird je nach Altersstufe auch spezieller Fachunterricht angeboten (Sport, Kunst, Musik und die berufsorientierenden Zweige Technik und Soziales).

Die Klasse kommt täglich im Klassenkreis zusammen. Klassenkreise dienen dazu, den Einzelnen in der Gruppe zu verankern und ihm einen sicheren Platz in der Klassengemeinschaft zu schaffen. Wichtige Elemente der Klassenkreise sind unterschiedliche Rituale und der gemeinsame Diskurs. Der Schulalltag wird geplant und reflektiert, Weltprobleme werden diskutiert, persönliche Anschauungen ausgetauscht, interne Probleme werden besprochen und notwendige Regeln im Klassenrat gemeinsam vereinbart. Die Kinder gewinnen dadurch Einsichten in konstruktive Kommunikationsformen und in demokratische Strukturen und lernen damit deren Abläufe kennen. Gleichzeitig lernen sie, ihre eigenen Gefühle, ihr Denken und Handeln zu reflektieren und gegebenenfalls zu verändern.
In jeder Klasse werden Klassensprecher gewählt. Diese kommen in regelmäßigen Abständen im Schülerrat mit den Vertrauenslehrern/-innen zusammen. Hier werden Anliegen Einzelner, gemeinsame Projekte und Ziele besprochen und in Absprache mit anderen Schulgremien einer Umsetzung zugeführt.

AMYNA eV
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