Unser Konzept


Wir sind eine Schule und ein Hort der Vielfalt und Gemeinsamkeit.
Der Ausgangspunkt unserer Pädagogik ist die gegebene Unterschiedlichkeit aller Menschen. Deshalb setzen wir eine Pädagogik um, die am einzelnen Kind orientiert ist und nicht an einer von außen vorgegebenen Norm.
Es kommt nicht darauf an, dass jedes Kind das Gleiche lernt und erreicht, sondern darauf, dass sich jedes Kind entsprechend seinen Fähigkeiten bestmöglich entwickeln kann. Jedes Kind hat unterschiedliche Stärken und Schwächen. Die gegenseitige Anerkennung und Achtung stärkt jeden Einzelnen und die Gemeinschaft. Weil uns Inklusion so wichtig ist, sind wir seit Anbeginn eine inklusive Schule und führen dies auch im Namen.

Montessori-Pädagogik und unser Verständnis, diese zeitgemäß umzusetzen

Wenn die Kinder an unsere Schule kommen, treten sie in die Entwicklungsperiode der Kosmischen Erziehung ein, die das Alter von zirka sechs bis 12 Jahren umfasst: Die Kosmischen Kinder interessieren sich für das große Ganze. Diese Stufe ist bei uns in die beiden Abschnitte Grund- und Mittelstufe aufgeteilt. Das Kind benötigt – seiner jeweiligen Entwicklungsstufe entsprechend – eine spezielle Umgebung. Die Leitfrage ist: „Was braucht dieser Mensch gerade jetzt für seine optimale Entwicklung und was kann ich dafür tun?“ Konkret verstehen wir unter der vorbereiteten Umgebung einen didaktisch gestalteten Rahmen, in dem die Kinder alles vorfinden, was sie in der aktuellen Entwicklungsperiode brauchen. Dies beinhaltet räumliche, zeitliche und soziale Aspekte.
Unter räumlichem Aspekt spiegeln sich die Bedürfnisse der Kinder im Klassenraum wider. In dem großen Raum findet man viele Regale, in denen aus allen Bereichen Material zu finden ist, die das Universum abbilden: Mathematik, Sprache, Kunst, Musik, Geografie, Biologie, Geschichte, Physik und Chemie. Denn diese Altersgruppe hat einen forschenden Geist. Im Gesamteindruck gibt es eine Balance zwischen Klarheit, Ordnung und Struktur einerseits, und einer atmosphärisch schönen und liebevoll gestalteten Umgebung andererseits.
Um den sozialen Bedürfnissen gerecht zu werden, gibt es an unserer Schule altersgemischte Lerngruppen. Eine zentrale Figur der vorbereiteten Umgebung ist die Lehrperson: Sie bringt die Kinder mit dem Universum, mit den großen Themen der Mathematik, des Schreibens und des Lesens in Kontakt. Ihre eigene Freude am Lernen gibt sie an die Kinder weiter. Ihre Aufgabe als Generalist*in ist es, die Kinder mit den Materialien im Klassenzimmer, mit all den Themen, die sich dahinter verstecken, immer wieder in Kontakt zu bringen.

Jahrgangsmischung

Unsere Schule untergliedert sich in die Jahrgangsmischungen 1-3, 4-6, 7-8 und 9-10. Maria Montessori erkannte, dass Kinder nicht nur durch Anregungen lernen, die von Erwachsenen ausgehen. Auch das Eigeninteresse an einem Thema bzw. einem Fachgebiet sowie die Zusammenarbeit mit einem*er Mitschüler*in (Ko-Konstruktion) sind starke Motoren des Lernens, zumal sie vielfach effektiver sind.
Darum forderte Montessori, dass das Zusammenleben von drei Jahrgangsstufen – wie es im Kindergarten meist praktiziert wird (Drei-, Vier- und Fünfjährige) – in der Schule fortgesetzt werden müsse. An unserer Schule lernen und arbeiten deshalb die folgenden Jahrgänge in gemeinsamen Gruppen: 1. bis 3. Klasse, 4. bis 6. Klasse, 7. und 8. Klasse, 9. und 10. Klasse. Ab der 7. Klasse mischen wir an unserer Schule jeweils nur zwei Jahrgänge, da unsere Schüler*innen sich in der 7. und 8. Klasse verstärkt an außerschulischen Lernorten befinden (siehe Erdkinderplan) dort in erster Linie projektorietiert arbeitet. Die 9. und 10. Jahrgangsstufe jeweils von Prüfungen geprägt sind.

Werkstatt der Generationen (WdG)

Unsere Schule wird nicht nur als Lernraum gesehen, sondern als ein die Kinder in ihrer Ganzheit betreffender Lebens- und Erfahrungsraum, in dem sich entscheidende Schritte ihres seelischen und geistigen Wachstums vollziehen. Das Lernumfeld ist so gestaltet, dass Kinder sinnliche und soziale Erfahrungen machen können. Dazu trägt auch unsere Werkstatt der Generationen bei, die ein fester Bestandteil des Schulalltags ist und das regelmäßige Miteinander von Alt und Jung ermöglicht. Hier bringen Ehrenamtliche der älteren Generation ihre Erfahrungen, ihr Wissen und ihre Leidenschaften als Senior-Expertinnen und -Experten in Schule und Hort ein. Zudem wird Wissen über die Bedürfnisse gebrechlicher und dementiell erkrankter Menschen vermittelt und ein Schülerengagement „Jung für Alt“ gefördert.

@ Monte Balan

Bildungs- und Erziehungspartnerschaft

Eine offene, von gegenseitigem Vertrauen geprägte Zusammenarbeit zwischen Pädagog*innen, Eltern und Schüler*innen ermöglicht dem Kind das erfolgreiche Lernen und unterstützt es in seiner Persönlichkeitsentwicklung.
Damit sind Voraussetzung und Zielsetzung der - Bildungs und Erziehungspartnerschaft an unserer Schule benannt. Vertrauen entsteht, wenn Verantwortlichkeiten klar benannt und gegenseitig respektiert werden. Die Achtung der unterschiedlichen Verantwortlichkeiten von Schülerschaft, Eltern und Pädagogenschaft ist grundlegend für ein gelingendes Lernen der Schüler*in.
Lehrer*innen und Pädagog*innen sind für den Schul- bzw. den Hortbereich verantwortlich, Eltern tragen die Verantwortung für den familiären Bereich. Kinder und Jugendliche sind verantwortlich für ihren Lernprozess.
Alle Beteiligten gestalten ihre Verantwortungsbereiche transparent und sind einer lösungsorientierten Gesprächskultur verpflichtet.

Schüler*innen können ihren Verantwortungsbereich nur dann sinnvoll gestalten, wenn Eltern und Pädagog*innen kooperativ und konstruktiv zusammenarbeiten. Im Schuljahr 2017/2018 wurde an unserer Schule in Absprache mit allen Gremien ein Konzept zur Erziehungs- und Bildungspartnerschaft erarbeitet und kann im internen Bereich der Homepage eingesehen werden. Im Schuljahr 19/20 wurde die buP evaliuert. Die Erkenntise daraus werden derzeit bearbritet und dann in neuer neuen Version veröffentlicht.

In der Monte-Balan-Gemeinschaft sind zudem Leitlinien für den Umgang miteinander erarbeitet worden – für Interessierte hier als PDF einsehbar.

Zeitlicher Ablauf

Schon der zeitliche Ablauf an unserer Schule bietet dafür breiten Raum, da die Kinder jeden Tag bis 15.15 Uhr in ihrer Gruppe zusammen sind. Für die 9. und 10. Klässler*innen endet der Unterricht – bis auf freitags – um 16 Uhr (Offene Ganztagesschule, kurz OGTS ).
Der Tag ist in drei große Phasen eingeteilt: Die erste Phase dauert bis zur Brotzeitpause, die zweite bis zum Mittagessen, das die Kinder im Speisesaal der Schule einnehmen. In der dritten Phase, der ersten Hortphase, arbeiten die Schüler*innen an schulnahen Projekten weiter oder vertiefen Themen des Vormittags. Die Abschlussklassen (9/10) werden nach dem Mittagessen als Ganztagsschule bis 16 Uhr geführt.
Um 15.15 Uhr endet die gemeinsame Zeit in der Lerngruppe für die Erst- bis Achtklässler. Eine weitere pädagogische Begleitung ist dann in unserem HORT mit Freispiel oder abwechslungsreichen Angeboten aus den Bereichen Sport, Kunst, Natur, Ernährung oder Theater – bis maximal 17.30 Uhr individuell buchbar.

Die klassischen Montessori-Materialien und die von den Pädagog*innen erarbeiteten Materialien sind so gestaltet, dass jedes Kind in seiner individuellen Entwicklung unterstützt werden kann. Die Materialien werden den Kindern individuell oder als Gruppe dargeboten. Sie wecken Neugier und führen zu vertiefter Konzentration. Die Kinder können mit diesen Materialien ihre Lernerfolge selbst überprüfen. Darüber hinaus bietet das Material Wiederholungsmöglichkeiten und eine variantenreiche Anwendung. Die ästhetische Gestaltung und am Kind/Jugendlichen orientierte Inhalte verleihen dem Arbeitsmaterial einen hohen Aufforderungscharakter. Durch die Vorbereitung der Lernumgebung werden die Voraussetzungen für individualisiertes Lernen geschaffen, so dass besondere Bedingungen einzelner Kinder berücksichtigt werden können. Ziel ist immer, jedes Kind zu möglichst selbstständiger Arbeit zu befähigen und an den Lernprozessen der Klasse zu beteiligen.

Die dritte und entscheidende Säule in der pädagogischen Konzeption Maria Montessoris sind die Pädagog*innen .
Zum einen gestalten sie die vorbereitete Umgebung und wählen das geeignete Material dafür aus, zum anderen schaffen sie auf der Grundlage gesicherter Beziehungen ein vertrauensvolles Klima in der Klasse. Aufgabe ist es, Bildungsprozesse zu initiieren, zu begleiten und zu vertiefen, in der Verbindung von individuellem und interaktivem Arbeiten. Die Pädagog*innen steuern diese Prozesse und sind gleichzeitig an ihnen beteiligt.

Bilderleiste Balandeli

Eine besondere Form der Darbietung sind die Kosmischen Erzählungen von Mario und Maria Montessori.
Diese sieben Geschichten, zum Beispiel die Entstehungsgeschichte der Erde, die Geschichte vom Kommen des Menschen oder von der Entwicklung der Schrift, werden von den Pädagog*innen in Verbindung mit Experimenten und Anschauungsmaterial in einem regelmäßigen Turnus erzählt. Geschichte, Kultur, Technik und Naturwissenschaften werden hier ganzheitlich dargeboten und die Schüler*innen erlangen Einblicke in die Zusammenhänge unseres Daseins in dieser Welt. Ausgehend von Maria Montessoris Grundgedanken, Kinder mit einer Vorstellungskraft auszustatten, die sie befähigt, verantwortungsvoll mit unserer Welt umzugehen, entwickeln sich dabei vielfältige Themen und Projekte für die Arbeit der Schüler*in in der Klasse.

Da es von Maria Montessori kein Konzept für die Fremdsprachen gibt, haben wir an unserer Schule ein eigenes Konzept entwickelt, in dem wir grundlegende Montessori- Prinzipien mit modernen Erkenntnissen zum Fremdsprachenerwerb verbinden. Ein anwendungsbezogener Umgang mit der Sprache in vielfältigen Übungssituationen steht dabei im Vordergrund.

Eine Strukturierung des Schultages und der Woche durch die Pädagog*innen – teilweise in Zusammenarbeit mit den Schüler*innen – trägt zur Rhythmisierung des Unterrichts bei. Dabei ist nicht der herkömmliche 45-Minuten-Rhythmus bestimmend, sondern eine Unterrichtsplanung, die sich an den anstehenden Aufgaben und Lernbedingungen der Schüler*innen orientiert. Regelmäßig wiederkehrende Elemente der Unterrichtszeit am Vor- und Nachmittag wie Anfangsphase, Mittagspause und Unterrichtsende, werden in besonderer Weise pädagogisch gestaltet. Sie geben einen festen Ordnungsrahmen und schaffen eine Atmosphäre der Sicherheit und des Vertrauens.

Das zentrale Element der Montessori-Pädagogik ist die Freiarbeit. Darin werden jegliche andere Unterrichtsformen wie Partnerarbeit, Gruppenarbeit, Darbietungen, Präsentationen, Unterrichtsgespräche, Klassenkreise usw. integriert. So können Lernprozesse rhythmisiert werden, damit die verschiedenen Bereiche des Lernens (kognitiv, personal, sozial und methodisch) zum Tragen kommen. Neben der Freiarbeit wird je nach Altersstufe auch spezieller Fachunterricht angeboten (Sport, Kunst, Musik und die berufsorientierenden Zweige Technik und Soziales).

Die Klasse kommt täglich im Klassenkreis zusammen. Klassenkreise dienen dazu, den Einzelnen in der Gruppe zu verankern und ihm einen sicheren Platz in der Klassengemeinschaft zu schaffen. Wichtige Elemente der Klassenkreise sind unterschiedliche Rituale und der gemeinsame Diskurs. Der Schulalltag wird geplant und reflektiert, Weltprobleme werden diskutiert, persönliche Anschauungen ausgetauscht, interne Probleme werden besprochen und notwendige Regeln im Klassenrat gemeinsam vereinbart. Die Kinder gewinnen dadurch Einsichten in konstruktive Kommunikationsformen und in demokratische Strukturen und lernen damit deren Abläufe kennen. Gleichzeitig lernen sie, ihre eigenen Gefühle, ihr Denken und Handeln zu reflektieren und gegebenenfalls zu verändern.
In jeder Klasse werden Klassensprecher*innen gewählt. Diese kommen in regelmäßigen Abständen im Schülerrat mit den Vertrauenslehrer*innen zusammen. Hier werden Anliegen Einzelner, gemeinsame Projekte und Ziele besprochen und in Absprache mit anderen Schulgremien einer Umsetzung zugeführt.

AMYNA eV
Unser Partner zum Thema Prävention – www.amyna.de


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