Unser Erdkinderplan – außerschulische Lernorte


Für Maria Montessori war die Entfaltung des praktisch-manuellen Arbeitens bei Kindern und Jugendlichen genauso bedeutend wie die Entfaltung kognitiver und sozialer Fähigkeiten. Unter der „Arbeit mit Kopf, Herz und Hand“ versteht sie die umfassende Bildung eines Menschen. Für sie ist der Mensch in allen Bereichen des Lebens „bildungsfähig“. Maria Montessori betrachtete speziell die Zeit der Adoleszenz als ideale Lebensphase, um das Zusammenspiel aller Bildungsfaktoren umfassend zu erproben. Für die Umsetzung dieser Gedanken entwickelte sie gegen Ende ihres Lebens das Konzept des so genannten Erdkinderplans.

In den letzten Jahrzehnten haben sich in unserer Gesellschaft für Kinder und Jugendliche die Möglichkeiten, sich aktiv am Leben zu beteiligen, stark verändert und verringert. Als Schule mit großstädtischem Schüler/-innen-Klientel sind wir mit der Tatsache konfrontiert, dass unsere Schülerschaft kaum noch mit Natur im ursprünglichen Sinne in Berührung kommt. Deshalb haben wir für unsere Schule ein Konzept entwickelt, das – angelehnt an den Erdkinderplan von Maria Montessori – versucht, diese Gedanken zeitgemäß und pragmatisch umzusetzen.

Dabei sind uns folgende Punkte wichtig:

  • Selbstorganisiertes Leben in einer Gruppe mit Gleichaltrigen kennenlernen
  • Verschiedenartige menschliche Beziehungen erleben und gestalten
  • Verantwortung für sich und andere übernehmen – Freude daran haben
  • Begabungen fördern – auch im manuellen Bereich – eigene Kompetenzen erkennen und ausbauen
  • Stärkung des Einzelnen durch die Gruppe – jeder wird gebraucht, jeder hat Stärken, zusammen geht es besser
  • Stärkung des Selbstwertgefühls bekommen
  • Durchhaltevermögen ausbauen – eigene Kräfte spüren
  • Freude am gemeinsamen Arbeiten erfahren
  • Einblicke in das grundlegende Wirtschaften des Menschen erlangen
  • Wichtigkeit nachhaltigen Wirtschaftens erkennen
  • Naturzusammenhänge wahrnehmen – Naturzyklen erleben

Seidlhof in Gräfelfing, Seidlhof-Stiftung

Bereits unsere Grundstufe (1-3) kommt in den Land-Genuss – unsere Kooperation mit dem Seidlhof in Gräfelfing macht es möglich. Auf diesem Bio-Betrieb erleben die Kinder bei ihren regelmäßigen Besuchen vor allem die Feldarbeit kennen. Sie erfahren anhand der Kartoffel den Zyklus von Säen, Bearbeiten, Pflanzen, Pflegen und Ernten. Sie sind mit allen Sinnen dabei, erleben die Jahreszeiten hautnah und erfahren Umweltbewusstsein sowie Achtung vor der Natur.
www.seidlhof-stiftung.de

Kinder- und Jugendfarm in Ramersdorf

Je eine Gruppe aus der Mittelstufe (4-6) besucht freitags die Kinder- und Jugendfarm in der Görzer Straße in Ramersdorf. Auf diesem Freigelände lernen die Kinder viel Neues kennen: Sägen, Bohren, Bauarbeiten, Tierpflege, Gartenarbeit, und die mittagliche Selbstversorgung stehen auf dem Programm. Sommers wie winters finden die Schüler/-innen hier eine schulfremde Umgebung voller praktischer Aufgaben und Herausforderungen.
www.jugendfarm-muenchen.de

© Monte Balan

KlosterGut Schlehdorf – nahe Kochelsee, Oberbayern

Die 7/8-Klässlerinnen und Klässler erfahren wochenweise auf dem KlosterGut Schlehdorf das Landleben. Sie werden dafür in Gruppen von etwa 12 Personen unterteilt, von denen alle zwei Wochen eine Gruppe fünf Tage lang dort tätig ist. Das heißt: jede Schülerin und jeder Schüler geht mit seiner Gruppe alle 8 Wochen für eine Woche nach Schlehdorf. Verteilt auf zwei Schuljahre sind das an die acht Lern- und Arbeitswochen. Sie sind während dieser Tage vor Ort für ihre Versorgung selbst zuständig. Bereits im Vorfeld erstellen sie Essenspläne, Einkaufslisten und recherchieren Rezepte. Sie kalkulieren die Essensmengen und müssen mit einem vorgegebenen Budget haushalten. Vor Ort ist immer eine Gruppe von etwa drei Schülern/-innen für die Versorgung der Gruppe zuständig. Sie kochen und backen zusammen, bereiten den Essensraum vor, bringen Zwischenbrotzeiten zu den Schüler/-innen an deren jeweilige Arbeitsplätze und räumen auch alles wieder auf. Die Arbeitsbereiche, die der Biohof in Schlehdorf bietet, sind sehr vielfältig: Von Hügelbeete für Permakultur anlegen, über Aussaat und Anbau von Gemüse und Obst, Einwecken von Gemüse und Obst für den Hofladen und den Tag der offenen Tür an der Schule, Tiere versorgen, im Stall mitarbeiten, Vogelschutzhecken pflanzen, Weidezäune erneuern, Kuhstall entkernen und aufräumen bis hin zur Renovierung und Umbau von Gebäuden und noch vieles mehr.
www.klostergut-schlehdorf.de

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